Berufsgemeinschaft der Pfarrhaushälterinnen
der Diözese Gurk-Klagenfurt

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JAHRESTAGUNG der BG der PHH der Diözese Gurk im Kloster Wernberg

18.- 21.01.2010 ( ein Rückblick von Gertraud Vatan))

Auf unsere diesjährige Jahrestagung zum Thema " Wege zur Gesundheit an Leib und Seele nach Hildegard von Bingen" können wir mit großer Freude zurückblicken. Es haben sich 21 PHH im Kloster Wernberg eingefunden.

Den Montag widmeten wir dem " Leben und Wirken der Mystikerin Hildegard von Bingen".
Unser GA Pfarrer KR Franz Weißeisen brachte uns in gekonnter Weise das Leben dieser außergewöhnlichen Frau näher. Hildegard v.B. ( 1098 - 1179) war eine der großen Frauen des deutschen Sprachgebietes, der Weltkirche, der Menschheit. Sie korrespondierte mit Fürsten, Bischöfen und Päpsten, redete dem Kaiser ins Gewissen und war bis ins hohe Alter unterwegs, um auf Marktplätzen zu predigen. Sie war Theologin, Naturwissenschaftlerin, Dichterin, Heilkundige; gründete zwei Klöster und war eine ausgezeichnete Äbtissin, die sich mütterlich um das leibliche und geistige Wohl ihrer Töchter und um ihre Fröhlichkeit sorgte. Ihre Visionen, auch " Schatten des lebendigen Lichtes" genannt, wurden von einem Mönch im Buch "Scivias" (Wisse die Wege) aufgezeichnet. Die zentrale Botschaft ist die Liebe Gottes, der seinen Sohn am Kreuz hingegeben hat, um die Menschheit zu erlösen. Ihr Leitspruch lautete: " Treue zur Erde und Liebe zum Himmel". Auch die naturwissenschaftlichen Studien sind in zwei Werken zusammengefasst: "Physica" (Naturkunde) und "Causae et curae" (Ursache und Heilmittel). Ihre Naturkunde ist das erste derartige Werk in deutscher Sprache und enthält Beschreibungen von Pflanzen, Tieren, Edelsteinen und Metallen. Mit einer hl. Messe beendeten wir diesen Vortrag. Beim gemütlichen Beisammensein am Abend erhoben wir die Gläser für unsere "Jänner-Geburtstagskinder" .
  Am Dienstag stand die Medizin im Vordergrund - " Wege zur Gesundheit nach Hildegard von Bingen".
Für den Vormittag konnten wir Fr. Obmann vom Freundeskreis St. Hildegard gewinnen. Es war ein äußerst fachkundiger Vortrag, bei dem wir sehr viele Anregungen für die Gesundheit erhielten. Hildegard sah den Menschen als Krone der Schöpfung - als Einheit von Seele-Geist-Körper. Bei Hildegard v.B. stand auch die Sorge um den Wohnort und die Kleidung, die richtige Nahrung und das Gleichgewicht zwischen Bewegung und Ruhe, Wach- und Schlafphasen im Vordergrund. Dieser Tagesrhythmus ist auch in unserer Zeit sehr aktuell, da durch Stress und Umwelteinflüsse Krankheiten zunehmen. Die Hildegard-Lehre beinhaltet verbindliche Lebensregeln für ein erfülltes Leben:
1.) Die Kraft der Seele fördern : Gebet u. Besinnung, Tugenden u. Talente fördern, Lastern u. Schwächen gegenwirken
2.) Die Leibeskräfte stärken: gesund und maßvoll essen und trinken, Ausgleich von Aktivitäten und Ruhe, regelmäßig entgiften
3.) Die Sinne schärfen: habe Liebe zum natürlichen Leben und mache von deinen 5 Sinnen den rechten Gebrauch .
Diese Regeln sollten wir in jedem Pfarrhaushalt beherzigen und versuchen ein gesundes und sinnerfülltes "Miteinander" zu schaffen. Ein Zitat von Fr. Obmann: " Ich sehe gleich, ob ein Priester eine PHH hat!" Die Heilkraft der Pflanzen hat Hildegard in über 2000 Rezepten festgehalten. Am Nachmittag zeigte uns Fr. Würschl, ebenfalls vom Freundeskreis St. Hildegard, die Zubereitung von Dinkelbrot und Kichererbsenaufstrich. Auch Kostproben von Dinkelbrot, Käsestangerl, Semmel und Nußschnecken aus Dinkelweißmehl schmeckten sehr gut. Sie sprach uns Mut zu, uns mit der Hildegard-Küche anzufreunden und wünschte uns gutes Gelingen.
Den Mittwoch begannen wir mit dem Morgenlob. Am Programm stand " Kreativtag".
Die Kolleginnen Sigrid Seiser und Margot Winkler zeigten uns die Serviettentechnik. Wir verzierten Kerzen und Blumentöpfe. Auch bemalten wir Gläser, welche als Windlichter verwendet werden können. Mit einer Vesper und einem Gottesdienst gemeinsam mit den Schwestern beendeten wir diesen Kreativtag.
Am Donnerstag erfolgten die Planungen und Informationen für 2010.
Um 10.00 Uhr durften wir unseren Hwst. Diözesanbischof Dr. Schwarz begrüßen, der in seiner Ansprache auch die Hl. Hildegard v. Bingen hervorhob und uns ermutigte die Lebensregeln im Tagesrhythmus in den Pfarrhäusern zu verwirklichen. Sein Wunsch wäre auch, dass jeder Priester eine Haushälterin hat, auch als Ansprechspartnerin. Er wies auf den "wichtigen Dienst der PHH und ihren wertvollen Beitrag für ein gutes Miteinander in den Pfarren" hin. Bischof Dr. Schwarz nahm auch die Ehrung der Dienstjubilarinnen vor. Geehrt wurden: Fr. Anna Auernig für 50 Jahre; Fr. Marlene Astner für 35 Jahre und Fr. Gertraud Valtan für 25 Jahre. Fr. Margarethe Latschein ( 40 Jahre) und Fr. Sophie Assinger ( 30 Jahre) konnten leider nicht bei der Feier anwesend sein
Beim abschließenden Gottesdienst, den der Herr Bischof mit 4 Konzelebranten leitete, legten wir unseren Dank, unsere Freude und Bitten vor Gott. Mit einem gemeinsamen Mittagessen beendeten wir diese Tage der Gemeinschaft.