Berufsgemeinschaft der Pfarrhaushälterinnen
der Erzdiözese Salzburg

5026 Salzburg, Ernst-Grein-Straße 14
Tel.: 0662/65901-515 (Anni Widmann)
e-mail: office@virgil.at

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SALZBURG.
Pfarrhaus - menschenfreundlich
"Dankbar blicken wir auf die vergangenen 25 Jahre zurück und gleichzeitig wünsche ich der Gemeinschaft, dass es lebendig weitergeht", hob Erzbischof Dr. Alois Kothgasser in seiner Predigt im Pfarrzentrum St. Severin die Bedeutung der Berufsgemeinschaft und der dahinter stehenden Frauen hervor. "Die Pfarrhausfrauen sorgen dafür, dass das Pfarrhaus menschenfreundlich ist. Wenn ein Seelsorger mehrere Pfarren betreut, ist er viel unterwegs. Um so wichtiger ist es, dass jemand im Haus anzutreffen ist und die Anliegen der Menschen entgegennimmt." "Priester brauchen Menschen, die sie in der Mitsorge für die Menschen begleiten", so der Erzbischof weiter.

"Zukunft aus Erinnerung"

Auf dieses gemeinsame Engagement für die Gemeinde ging auch Prälat Dr. Hans Paarhammer in seiner Ansprache "Zukunft aus Erinnerung" ein. Die heute für die Seelsorge als absolut notwendig geforderte Team-Arbeit gelte ebenso für die Arbeit in einem Pfarrhaus. Immer wieder habe er Frauen kennen lernen dürfen, die sich mit vielen Charismen, insbesondere dem ungeschriebenen Diplom ihrer Herzensbildung in die Pfarrgemeinde eingebracht haben. "Ihr seid ein kostbarer Schatz, ja ein Segen für die Seelsorger." Weiters betonte der Festredner, dass ein Pfarrhaushalt nicht irgendein Haushalt sei und verwies dabei auf Passagen aus dem Titel von Anneliese Knippenkötter "Der Beruf der Pfarrhaushälterin heute - Aufgabe und Chance"
Haus der offenen Tür "Jeder weiß, dass eine Haushälterin eben mehr können muss als kochen, backen, putzen, nähen, Staub saugen usw. Die Fragen, die am Telefon oder an der Tür oder im Sprechzimmer an sie gestellt werden, sind andere als nach einem guten Kuchenrezept. Manchmal kommt auch das vor. Vielleicht als vorgeschobener Grund für ein Gespräch über Glaubensfragen, über Fragen der Ehe und Kindererziehung, über Fragen nach dem Sinn des Lebens, über Abwendung von finanziellen und anderen Nöten." Pfarrhäuser präsentieren sich als "Haus der offenen Tür" und dies sei vor allem ein Verdienst der Haushälterinnen, die um die vielen Vereinsamten und Suchenden wissen, die angehört werden wollen.
Um das Rollenverständnis der Pfarrhausfrau von heute zu komplettieren zog Prälat Paarhammer das Bild von vier Säulen heran:
"Erstens: die menschliche Kompetenz muss stimmen.
Zweitens: Spirituelle Tiefe.
Drittens: Die intellektuelle Bildung. Und schließlich
viertens: Die pastorale Zielsetzung des Berufes einer Pfarrhausfrau ist bewusstes Mittragen der Seelsorge in der Pfarrgemeinde und für die heilsuchenden Mitmenschen."
erfüllende Berufung Dass dieser Dienst unter Berücksichtigung aller Herausforderungen letztlich eine erfüllende Berufung ist brachte die Vorsitzende der Berufsgemeinschaft, Aloisia Horngacher, auf den Punkt: "Ich empfinde es als einen großen Vertrauensbeweis, dass ich diesen Beruf ausüben darf. Es ist ein Platz, an dem ich Mensch und Christ sein darf und für die priesterliche Wohn- und Lebenskultur meinen Beitrag leisten kann." ibu (Rupertusblatt 7. So der Osterzeit 20.5.2007)
 
Ein Nachklang
Bildungstage 2006
von Anni Widmann
EILE MIT WEILE
war der Titel unserer Bildungstage vom 13. - 16. November 2006 im Bildungszentrum St. Virgil. Nach dem Einführungsabend waren wir offen für den Tag mit Frau Angela Straberger (Meditationslehrerin in Salzburg).
Achtsamkeit * kann nicht mit dem Verstand begriffen werden
* sich konzentrieren auf das, was jetzt ist
* die kleinen Dinge des Alltags führen uns zur Ruhe
* Eigenverantwortung, wer will, der hat sie
* nicht die Dinge selbst beunruhigen uns, sondern unsere Meinung dazu
* nicht beurteilen
* Geduld erweist sich als hilfreich, wenn der Geist erregt ist
* unseren Atem beobachten
* meditieren heißt, im eigenen Leben stehen
* jeder Augenblick ist wichtig

Diese Ausführungen (hier nur lückenhaft widergegeben) wurden begleitet durch Üben im Gehen, Schreiten …
Abends saßen wir an Tischen und bastelten unter Anleitung von Ingrid Bochno Strohsterne. Diese sind noch immer ein echter und beliebter Weihnachtsschmuck.

Am Mittwoch erwartete uns eine echte Überraschung: Frau Rosemarie Bräckle, Pfarrhausfrau in Schlossberg bei Rosenheim führte uns in einer Bildbetrachtung - begleitet mit Musik - in das Werk "Anbetender König" von Rogier van der Weyden, Detail aus dem Dreikönigsaltar, München Pinakothek um 1400 ein.
Wir bekamen eine Ahnung für die unzähligen Kleinigkeiten die in diesem Bild stecken. Eine Betrachtung solcher Art führt zum Kennenlernen der Bibel und zur Glaubensvertiefung.
Am Nachmittag fuhren wir in das Missionshaus Liefering. Dort ist das Provinzialat der Herz-Jesu-Missionare der Süddeutsch-Österreichischen Provinz beheimatet. In einer herrlichen Landschaft sind die eigenen Gebäude und die Schule untergebracht.
Der Schulseelsorger P. Anton Ringseisen MSC führte und erklärte uns Wesen und Aufgaben dieses Missionsordens. Im BONDEKO, dem Zentrum der missionarischen Bewußtseinsbildung, das früher von den Missionarinnen Christi geführt wurde, arbeitet nun Herr Mathieu aus dem Kongo. Seine heitere Art wirkt wohltuend an seinem Arbeitsplatz. In einer abschließenden Runde nach dieser Hausführung konnten wir Fragen stellen. Wir waren sehr beeindruckt vom echten Optimismus, den P. Ringseisen in Kenntnis der Lage der Kirche heute ausstrahlt.
Der Gemeinschaftsabend zeigte, wie viele Ideen und Fähigkeiten in unseren Frauen stecken und die Wahrheit des Kanons: "Froh zu sein bedarf es wenig …"
Am Donnerstag, dem letzten Kurstag kam unser Geistlicher Assistent Prälat Dr. Hans Paarhammer als Referent zu uns. Die lebendige Art seiner Ausführungen ließen die Zeit viel zu schnell vergehen. Vom Fest und der Bedeutung des hl. Bischofs Martin leitete er über zum Thema "Der Pfarrhaus- halt im Medienzeitalter": wir alle stehen in einem gewaltigen Lernprozess in dieser Hinsicht.
Was sind Medien? Wie beeinflussen sie unser Leben und Arbeiten? Das Telefon ist eines der stärksten Kommunikationsmittel. Sind wir uns bewusst: mit wem rede ich? was rede ich? Oft ist es notwendig, eine Gegenfrage zu stellen. Der Pfarrbrief ein weiterer Medienträger. Das Buch ist eines der gefragtesten und angefeindesten Medienträger. Als Grundprinzip sollte gelten: trau - schau - wem, Verschwiegenheit, Amtsgeheimnis. Die Freiheit hat ihre Grenzen. Es gibt geschützte Bereiche im menschlichen Leben. Auch die Kunst ist ein wichtiger Medienträger, ebenso die Musik, das Theater
Der feierliche Gottesdienst in der Emmauskapelle von St. Virgil ließ diese Tage ausklingen.
Die morgendlichen Gymnastikübungen für einige von uns, die Eucharistiefeiern mit Herrn Rektor Dr. Hans-Walter Vavrovsky, unser Zusammensein und Miteinanderreden und viele wertvolle Anregungen werden und in dankbarer Erinnerung bleiben.