Berufsgemeinschaft der Pfarrhaushälterinnen
der Erzdiözese Wien

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Ausflug - Mai 2014 Ausflug nach Mistelbach - 12. Mai 2014
Nach langer Zeit haben wir ein Treffen, einen Ausflug nach Mistelbach geplant. Wir wollten den Kolleginnen, die in dieser Region tätig sind, die Gelegenheit geben, uns kennen zu lernen und erste Kontakte zu knüpfen. Diese Erwartung hat sich leider nicht erfüllt.
Für die sieben Haushälterinnen und die beiden Priester war es ein sehr schöner Tag.
Um 10.30 feierten wir mit Altvikar Dr. Matthias Roch und unserem Geistlichen Assistenten Msgr. Josef Morgenbesser in der Kapelle des ehemaligen Barnabitenklosters die heilige Messe.
Das Evangelium vom Guten Hirten legte uns das Gebet um Priester und Ordensberufe nahe. Aber schon das 2. Vatikanische Konzil hat die Berufung aller Getauften zum "Hirtenamt" im allgemeinen Priestertum betont - so hörten wir in der Predigt. Wir haben in Jesus einen Hirten, der uns kennt, der uns beim Namen nennt. Jemanden beim (Vor)Namen nennen, zeigt von einer persönlichen, familiären Beziehung. Wir dürfen Jesus folgen und so gestärkt, für andere "Hirtenaufgaben" übernehmen.
In den Fürbitten gedachten wir besonders auch aller Pfarrhaushälterinnen. Aller, die wir kennen, mit denen wir freundschaftlich verbunden sind, von denen wir wissen, was sie bedrückt (Krankheit, Einsamkeit, Sorge,..) aber auch aller andern, die noch keinen Kontakt zur Berufsgemeinschaft gefunden haben, aller, die keinen Kontakt wollen.
Nach dem Gottesdienst kam die Stadtführerin Frau Christa Jakob zu uns. Sie erzählte uns einiges über die Entstehung des Kollegs, die Barnabiten und die Salvatorianer, die die Pfarre Mistelbach heute betreuen.

Im ersten Stock des Kollegs befindet sich die Bibliothek des ehemaligen Klosters mit einem in Pastelltönen gehaltenen Deckenfresko von Anton Maulpertsch, das dieser mit 4 Gehilfen in zwei Monaten fertig gestellt hat. Die Gemeinsamkeit von Wasser und Leben - beide müssen in Bewegung bleiben - ist die zentrale Aussage des Gemäldes. Frau Jakob ließ uns an ihrem Wissen teilhaben. So genau hat mir noch niemand ein Fresco erklärt.

Der Blick nach oben konnte den aufkommenden Hunger nicht ganz überdecken. Beim Schillingwirt war für uns vorbestellt und reserviert und so mussten wir gar nicht lange hungern.
Für 14 Uhr hatte uns die Stadtführerin wieder zum Treffpunkt beim Kolleg bestellt. Als erstes besuchten wir den so genannten Schwedenkeller, ein altes Presshaus, wo wir den Mistelbacher "Diogenes" im Fass bewundern oder bemitleiden konnten. In sein Fass kommt kein Tageslicht - nur der Fotoblitz ließ uns Details erkennen.

Von diesem Keller aus führt ein unterirdischer Gang zu der am Berg gelegenen Pfarrkirche. Wir wählten aber auch nicht die Stufen an der Oberfläche, sondern den bequemen Weg und fuhren mit den Autos auf den Kirchenberg.

Mistelbach hat einen der vier ältesten Karner Österreichs (neben Mödling, Tulln und Hartberg). Ob er ausgemalt ist, steht nicht fest und wird auch nicht untersucht. Anders als üblich ist die Kapelle im oberen Teil der hl. Katharina geweiht. Sie dient als Aufbahrungshalle.

Zwischen Karner und Kirche gab es eine Wallfahrtskirche, die unter Kaiser Josef II. abgerissen wurde. Die Kreuzwegbilder und eine barocke Pieta sind nun in der großen Martins-Kirche zu finden.
Frau Jakob wusste nicht nur viel über die Geschichte, sondern erzählte uns auch Geschichten. Z.B. die einer eingemauerten Kröte und der ehemaligen Burg am Nebenhügel.
Sehr berührend fanden wir alle eine gotische Sandsteinmadonna. Jede Zeit hat ihren Spuren hinterlassen. So gibt es auch ein modernes Mosaik von Hermann Bauch und eine Südtiroler Weihnachtskrippe.

WIir lernten aber auch andere fast unglaubliche Tatsachen: Mistelbach lag einmal an der Urdonau,
die Bahnstation sollte in Poysdorf sein (die Poysdorfer wollten sie aber nicht) - zum Vorteil von Mistelbach.
Die Stadt ist ein Handels- und Schulzentrum, mit einem Spital, ohne Industrie aber mit viel Kultur.
Nach dem Schlösschen statteten wir noch dem Hauptplatz mit dem großen Rathaus einen Besuch ab. Hier hörten wir noch einiges aus der Zeit als hier russische Besatzungszone war.
Ein Gewitter beendete unseren Stadtspaziergang mit Christa Jakob sehr abrupt. Ihr auch noch einmal auf diesem Weg einen herzlichen Dank, dass sie uns "ihre Stadt" mit soviel Herzblut nahe gebracht hat.
  Text und Fotos: Susanne Kopeszki aus Rundbrief 2/2014
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