Berufsgemeinschaft der Pfarrhaushälterinnen
der Erzdiözese Wien

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Familie im Pfarrhaus?! - einst Pfarrer Arnold Dolezal - Wie sich ein Pfarrer eine Haushälterin vorstellt und wünscht
aus dem Heftchen herausgegeben vom Eb. Seelsorgeamt Wien I., Stephansplatz 3/III/44
Artikel aus dem Rundbrief 2/2014
  Von Dr. Johann Weißensteiner, dem Leiter des Diözesanarchivs, habe ich die Daten von Pfr. Dolezal erhalten: Geboren 1902 verstorben 1978 So erfuhr ich auch, dass diese Schrift nach 1949 herausgegeben ist, denn ab da hieß es EB Seelsorgeamt. Pfarrer war Hw. Dolezal von 1946-1957 in St. Nepomuk, Wien 2 und von 1957 - 1971 Propsteipfarrer in Wr. Neusatdt

Familie im Pfarrhaus? Früher war es manchmal so, dass eine Mutter, Schwester oder Tante dem Pfarrer den Haushalt geführt hat. In einem alten Heft von Pfarrer Arnold Dolezal sieht er als Ideal der Pfarrhaushälterin (das nie ganz erfüllt werden kann, wie auch das des Priesters) die - wie der Priester - unverheiratete Frau, die das Herz einer Gemeinde ist.

>>Auch das Pfarrhaus wird immer mehr von einem Privathaus zu einem Haus der Pfarrgemeinde. Die Kapläne (Bewohner des Pfarrhauses) sollen das Gefühl haben, dass sie nicht nur vom Pfarrer als Freund betrachtet werden, als Mitarbeiter, sondern sie sollen bei der Haushälterin das finden, was sie vielleicht bei einer verstorbenen oder doch abwesenden, wo anders lebenden Mutter suchen. Das kann man aber nicht von einer "Wirtschafterin" verlangen! Denn die Wirtschafterin führt nur die Wirtschaft, das andere ging sie nichts an.
Die Pfarrhaushälterin soll dem Pfarrer wirklich eine Helferin sein, ohne ein Amt zu haben. Sie soll nicht einmal stark am pfarrlichen Leben Anteil nehmen. Darum soll sie ja nicht Partei werden, in eine Gruppensache hineingezogen sein. Sie soll wohl teilnehmen am pfarrlichen Leben, aber wie ein stiller, nach außen nicht sehr aktivistischer Christ. Das Große ist immer verborgen. Das Herz sieht man nicht! Aber man spürt es! Es kommt nicht darauf an, dass man gesehen, gekannt, anerkannt wird, sondern dass man seine Funktion in gesunder Weise erfüllt.
Sie hat aber nicht nur Helferin des Pfarrers zu sein, Mutter der Kapläne, sondern auch für alle jene, die im Pfarrhaus zeitweise ihr Daheim haben. Man kann nicht alles drunter und drüber gehen lassen, sondern man muss schon streng sein.
Das alles aber kann man von nur einer "Haushälterin" nicht verlangen im Sinne einer Dienstvorschrift. Man muss auch die geistige Seite sehen: Ich bin im Hause im Namen Gottes, mein alleiniger Herr ist Christus und Gott!
Der Priester ist der zölibatäre Mensch und bei aller Verbundenheit doch allein. Bei der Haushälterin wird das wohl auch so sein müssen. Auch sie hat das Schicksal des Alleinseins. Wenn nun der Mensch nicht … ein innerlicher Mensch ist, der Freude hat am Gebet, der auch gerne allein ist, der mit sich auch etwas anzufangen weiß, wenn einmal keine Arbeit um ihn ist - würde er vereinsamen, verbittern, das wäre eine Krankheit.
Es ist dies ein sehr schwerer Beruf, aber zugleich auch ein sehr wichtiger und großer Beruf.
Es ist dies schon so eingerichtet, dass neben dem zölibatären Priester eine Frau steht, die gleichfalls zölibatär lebt um des Himmelreiches willen, die lebt, liebt, wirkt, leidet und darin ganz ihre Lebensbestimmung und - Erfüllung sieht, die ihr Leben dem Herrn und dem Dienste des Priesters weiht. Wenn sie das kann, dann kann man von ihr sagen, sie hat ein volles Christenleben geführt.

Es ist ja ein merkwürdiger Stand: Man ist kein Dienstbote, keine Ehefrau, keine Klosterfrau. Die Haushälterin ist etwas Einmaliges, ein einmaliger Mensch, dieses Einmalige muss erfüllt werden! Das Ideal ist so groß, dass man es kaum erfüllen kann.<<

  Interessant sind die Ausführungen - besonders wenn man bedenkt, dass diese Schrift (Original befindet sich im Diözesanarchiv) 50-60 Jahre alt ist.
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