Berufsgemeinschaft der Pfarrhaushälterinnen
der Diözese Gurk-Klagenfurt

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Gurk-Klagenfurt
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JAHRESTAGUNG der BG der PHH der Diözese

in St. Georgen/Längsee vom 29.4.-1.5.2013 (ein Rückblick von Susanne Kopeszki)
Fotos: Kopeszki
Gebet - Verbindung mit Gott und den Menschen

Montag

Am Montag vormittag trafen die Haushälterinnen ein, bezogen die Zimmer und wurden von Rektor DDr. Christian Stromberger in die Geschichte des Bildungshauses eingeführt.

 


GA. Pfr. Franz Weißeisen

Nach einem reichlichen Mittagessen und einer kurzen Pause folgte der erste Impuls vom Geistlichen Assistenten Pfr. Franz Weißeisen zum Thema:
"Wir wollen so miteinander beten, dass auch andere Menschen mit uns beten und mit Gott sprechen wollen"

Er ging davon aus, dass Pfarrhaushälterinnen mit dem Gebet vertraut sind, gleichsam "Berufsbeterinnen" sind.
Wenn das Gebet selbstverständlich wird, besteht die Gefahr, dass es verflacht. Hier ist Vertiefung notwendig
Immer wieder gibt es Menschen, die uns ums Gebet bitten.
Aber wir stehen auch in der "Auslage", ob sich unser Beten im Alltag auswirkt.

Beten ist vielfältig

* auf Gott einstellen, bewusst die Gegenwart des persönlichen Gottes suchen,
* wir haben Gebetserfahrungen von Kindheit an - passen die heute noch?
* Gebet kann nicht erzwungen werden - Freiheit und innere Bereitschaft sind Voraussetzung
* beten heißt - glauben, dass Gott uns führt und begleitet, eine Aufgabe für uns hat
* liturgisches und persönliches Gebet pflegen
* beten heißt - in Beziehung treten, reden, schweigen, hören
* beten gibt Kraft und Halt
* kann eine Situation entgiften und helfen sie innerlich zu verarbeiten
* beten macht solidarisch - verbindet uns mit allen, die im Namen Jesu beten aber auch mit anderen Religionen.

Als Abschluss gab´s dann noch eine kleine Gebetsschule für zu Hause.
Eine hl. Messe und ein gemeinsames Abendgebet beendeten den offiziellen Teil.
Wer Lust hatte, setzte sich noch mit anderen zum Gespräch zusammen.

Dienstag Gebet - Atem der Seele
Mag. Klaus Einspieler erzählte über die Entwicklung des Stundengebets

Mag. Klaus Einspieler

Für das persönliche und gemeinsame Gebet waren und sind der Abend und der Morgen Fixpunkte.
Das Stundengebet war für die Gemeinschaft konzipiert. Schon in der Apostelgeschichte heißt es, dass sich die Gläubigen in den Häusern zum gemeinsamen Gebet und zum Brotbrechen getroffen haben.

Auch das Alte Testament kennt feste Gebetszeiten - sieben Mal am Tag will ich dich Gott loben.
Diese Tradition lebt in den Klöstern fort.

In den Gemeinden traf man sich vor der Arbeit bei Tagesanbruch um den Psalm 63 (Gott, du mein Gott, dich suche ich) zu beten und am Abend den Psalm 141 (als Abendopfer gelte dir, wenn ich die Hände erhebe).
Nach dem 1. Thessalonicherbrief sollte man ohne Unterlass beten - kein Tag sollte ohne Gottesdienst vergehen.
Allerdings meint hier Gottesdienst nicht die Messfeier.

Ab dem 4. Jhdt. kam es zum Kirchenbau, die Gemeinden wurden größer.
Nachdem 381 das Christentum zur Staatsreligion wurde, war es modern und günstig Christ zu sein. Dadurch ist das christliche Niveau eher gesunken.
Im 6. Jhdt. wurde die Nichterfüllung der Sonntagspflicht durch Auspeitschung bestraft.
Es entstanden Klöster und Mönchsgemeinschaften, die gegen die Verwässerung ankämpften.
Der hl. Benedikt war für eine Ordnung - ora et labora, bete und arbeite. Die Mönchsliturgie weitete die Zeit aus.
Alle 150 Psalmen wurden das tragende Gerüst. Der hl. Patrick betete alle 150 an einem Tag, bei Benedikt waren sie auf eine Woche verteilt, heute sind sie auf 4 Wochen aufgeteilt.

In der Zeit der Völkerwanderung wurde Latein zur Fremdsprache und damit ist diese Form der Liturgie ausgestorben.
Als Ersatz kam für die einfachen Leute der Rosenkranz (zuerst waren es nur 150 Vater unser, im 16. Jhdt. kam dann das Gegrüßet seist du Maria dazu und nach der Schlacht von Lepanto (1571) das hl. Maria.
Die Wiederholung ist eine Form der Meditation und soll das Ruhig-werden ermöglichen.

Das Buch der Psalmen ist das Meditationsbuch der Bibel. In ihnen gibt es Anspielungen auf andere Texte der Bibel. Sie betrachten und vertiefen die ganze Heilsgeschichte.
In den Klagen wird das ganze Leben zur Sprache gebracht. Es darf auch geklagt und gejammert werden
Nicht nur das Schöne, auch das Negative wird ausgesprochen. Auch sind die Psalmen immer im Zusammenhang zu sehen. Meist gibt der nachfolgende eine Antwort auf den vorhergegangenen.

Etwas genauer ging Mag. Einspieler dann auf den Aufbau von Morgenlob (Laudes) und Abendlob (Vesper) ein.
Das Psalmengebet wurde dann am Psalm 30 auch gleich geübt.

Den Glauben aus Bildern erfahren


Prof. Heinz Ellersdorfer

Paulus der Verfolger, Vermittler, Verkünder wurde uns von Prof. Heinz Ellersdorfer mit vielen kunstgeschichtlichen Bildern und Plänen nahegebracht.
Am Abend wurden dann anhand von Fotos, Berichten und Gedichten Erinnerungen an die 40 Jahre der Berufsgemeinschaft geweckt

Mittwoch


Kirche mit Wehrmauer, Hohenfeistritz

Dankwallfahrt nach Hohenfeistritz
In 4 Pkws waren wir bei strahlendem Sonnenschein von St. Georgen aus auf dem Weg ins Gebirge. Am Hang der Saualpe liegt die Kirche mit zum Teil noch erhaltener Wehrmauer.
Zuerst wurde hl. Messe gefeiert und - wie bei Wallfahrten üblich - nachher ein reichliches Mittagessen eingenommen.
Über eine Schotterstraße erreichten wir am Nachmittag Diex, den sonnenreichsten Ort Kärntens, wo schon Kaffee und Kuchen auf uns warteten.


Diex
Der Name leitet sich von dem 895 in der Schenkungsurkunde Namen "mons Diehse" ab.
Hier ist noch die gesamte Wehrmauer um den Friedhof und die Pfarrkirche erhalten.
Nur mehr ganz wenig ist von der gotischen Kirche erhalten, die geostet war. Später wurde dann ein nach Norden gerichtetes Kirchenschiff angebaut, das eine barocke Innenausstattung aufweist.
Provisor Valentin Gotthardt hat uns auf einige Besonderheiten hingewiesen:
z.B. den Heiligen Geist bei der Darstellung des Abendmahles über dem Hauptaltar.
Ganz besonders ist die Gestaltung des modernen Volksaltares und des Ambo.
Der Volksaltar ist aus 7 Schichten (je eine aus jeder Teilgemeinde) aus demselben Holz wie die Kirchenbänke gestaltet. In die oberste Schichte wurde eine gotische Altarplatte, die im Friedhofboden lag eingearbeitet. Auf ihr sind noch die Kreuze und die Spuren der Salbung zu sehen.
Vor dem Abendessen ließ uns Sr. Bernadette die Ausstellung der Biblischen Figuren anschauen.
Herzlichen Dank allen, die diese Tage vorbereitet und geleitet haben.