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Österreichische Arbeitsgemeinschaft
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Reisebericht der österreichischen Gruppe zum
Treffen der GEP
(Gemeinschaft Europäischer Pfarrhaushälterinnen) 4. - 8. Juni 2018
Bericht Fotos: Susanne Kopeszki Fotos: Johanna Loidl und Susanne Kopeszki

Reise zum GEP Fest

Die GEP – Gemeinschaft Europäischer Pfarrhaushälterinnen (Deutschland, Österreich, Südtirol) – hat eine Funktionsperiode von 3 Jahren. Am Ende dieser Zeit gibt es ein gemeinsames Fest im Land, das den Vorsitz hat. 2015 haben wir das Fest in Melk ausgerichtet. Diesmal war Deutschland an der Reihe. Da das Fest selber nur für 1 ½ Tage anberaumt war, hat die ÖAG (österr. Arbeitsgemeinschaft) eine Reise von 4.-8. Juni 2018 geplant. Das Fest selbst fand im Bischof-Benno-Haus in Schmochtitz statt. Es liegt in der Oberlausitz in der Nähe von Bautzen. Dieses ist eine kath. Bildungs- und Tagungseinrichtung, die aus einem Gut hervorgegangen ist und der Diözese Dresden-Meißen gehört.


Die Reise für die TeilnehmerInnen aus Österreich (54, davon 4 Priester, Pfarrhaushälterinnen und Gäste), 9 davon aus unserer Erzdiözese, begann am Montag in St. Pölten, bzw. Linz. Von hier aus ging es nach Norden. In Budweis gab es eine erste Pause. Eine Autobahnsperre machte einen Umweg nötig und verzögerte unsere Ankunft in Prag.

Eine Fremdenführerin zeigte uns dort einiges aus der Altstadt, führte uns zu einem Restaurant, wo für uns vorbestellt war. Gestärkt machten wir uns wieder auf den Weg zum Autobus. Kamen dabei zum Altstädter Ring mit dem Palais und dem Rathaus (leider war die Astronomische Uhr eingerüstet). Davor das Denkmal von Jan Hus. Über das Jüdische Viertel, vorbei an den Synagogen und dem alten jüd. Friedhof kamen wir wieder zur Cech Brücke. Hatten von dort noch einen schönen Blick auf die Burg und - direkt vor uns – auf das Metronom.

Um 17 Uhr erreichten wir die deutsche Grenze und umrundeten auf unserer Fahrt Dresden, um unser Hotel in Radebeul zu erreichen. Nach einer kurzen Zeit der Erholung gab es ein Abendbuffet und danach war Freizeit. Da das Wetter so verlockend war, erkundeten einige die nähere Umgebung.

Der Dienstag begann sehr früh. Schon um 9 Uhr wurden wir beim Zwingerteich in Dresden von einer Stadtführerin erwartet. Zuerst lotste sie unseren Chauffeur kreuz und quer durch Dresden. Unser Weg führte uns unter anderem zur „Tabakmoschee“, zum „goldenen Reiter“, rund um den „Großen Garten“, zu den "3 Elbschlössern“ und zum „Blauen Wunder“, einer Brücke. Die Rundfahrt endete wieder beim Zwingerteich, von wo aus wir in zwei Gruppen die Besichtigung zu Fuß fortsetzten.


Wir lernten, dass man unter Zwinger eigentlich den Abstand zwischen innerer und äußerer Festungsmauer versteht. Allerdings wurde der Name dann auf das ganze Gebäude übertragen. Gebaut zuerst als Orangerie unter August dem Starken. Für die Hochzeit des Thronfolgers mit Maria Josefa wurde weitergebaut und es entstand so ein „Freiluftballsaal“ in dem 4 Wochen gefeiert wurde. In den Gebäuden befinden sich heute Sammlungen technischer Geräte und von Porzellan. Auch ein Glockenspiel aus Meißen ist zu sehen und zu hören.

100 Jahre später wurde die sogenannte Sempergalerie dazu gebaut. Sie beinhaltet die Galerie alter Meister mit der berühmten „sixtinischen Madonna“von Raphael. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde mit dem Wiederaufbau begonnen, der bis 1965 dauerte. Da der Elbsandstein stark verwittert, sind ständig Restaurierungen notwendig.

Uns führte der Spaziergang weiter zum Theaterplatz, wo auf der einen Seite die neue Semperoper zu sehen ist. Auf der anderen Seite liegt das Residenzschloß (Winterresidenz) mit der (kath.) Hofkirche. In der Baugeschichte spiegeln sich die Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten der damaligen Zeit wieder. Derzeit sind von etwa ½ Million Einwohnern 4% katholisch, 16% evangelisch und 80% bekenntnisfrei.

Unser Weg führte uns weiter vorbei am Fürstenzug, einer Ahnengalerie des Fürstenhauses Wettin von mehr als 700 Jahren, gemalt auf ca. 23.000 Fliesen aus Meißner Porzellan .

Kurz vor Mittag erreichten wir die Frauenkirche, wo wir zu einer Andacht mit Orgelmusik und Kirchenführung angemeldet waren. Nach dem Geläut der Friedensglocke gab es Psalmgebet, eine Lesung und ein geistliches Wort. Abgeschlossen wurde mit dem Vaterunser, einem Segensgebet und einem Gemeindelied. Im Anschluss daran erzählte ein alter Herr über die Geschichte und den Wiederaufbau der Kirche und seine Gestaltung. Hier sollten Handys und Kameras eine „Auszeit“ bekommen. Für uns war es das auch. Hier erkannten wir zum ersten Mal die deutschen Kolleginnen an den mintfarbenen Schals.

Uns führte der Weg gleich danach nach Meißen. So gab es diesmal ein „dreigängiges Menü“ im Bus (wie unser Chauffeur Würstel mit Senf und Semmel bezeichnete).


Auch dort wurden wir schon von Fremdenführerinnen erwartet, die uns mit dem Schrägaufzug zur Albrechtsburg begleiteten. Hier kann man von der Wiege Sachsens sprechen, denn schon im 10. Jhdt. stand hier ein Wohnschloss. Hier war auch der erste Bischofssitz (968 gegründet). Die „neue Burg“ wurde im 13. Jhdt. errichtet. Später wurde die Hauptstadt dann nach Dresden verlagert.

Wandbilder veranschaulichten uns die Geschichte dieser Burg.
Der Dom wurde im 11. Jhdt. im romanischen Stil begonnen, nach einem Brand dann aber gotisch weitergebaut. Erst 1579 wurde hier die Reformation eingeführt und seither ist der Dom ein evangelisches Gotteshaus. Erschöpft von so viel Kultur, machten wir uns zu Fuß auf den Weg in die Stadt hinunter, wo uns der Bus dann zu der von August dem Starken gegründeten Porzellanmanufaktur brachte.

In 4 Stationen erlebten wir die Herstellung von Geschirr und Figuren und deren Bemalung. Wir hörten von Glüh- und Glasurbrand, von Unter- und Aufglasurmalerei. Sahen, dass das typische Kobaltblau vor dem Brennen graugrün ausschaut; dass die Zwiebeln eigentlich Pfirsiche oder Granatäpfel darstellen sollten; dass Gold mit einem Achat poliert wird.

Die „Meißner Fummel“, ein luftiges Gebäck, überlebte bei uns nicht einmal die Fahrt nach Radebeul zurück. Wie die Reiterkuriere solches Gebäck unversehrt zu Albrecht brachten, ist uns schleierhaft geblieben.

Der Mittwoch sollte nicht ganz so anstrengend werden und begann daher mit einer späteren Abfahrt. Einige nützten die Chance, das Karl May Museum in Radebeul zu besuchen, andere benutzten das Hotelschwimmbad.

Nach einer Fahrt von etwa 60 km erreichten wir Bautzen. Zwei Fremdenführer erwarteten uns bereits, um uns ihre Heimatstadt nahe zu bringen. Vor dem Reichenturm – dem schiefen Turm von Bautzen - bekamen wir eine Kurzeinführung in die wechselvolle Geschichte dieser Stadt und ihrer Bewohner. Schon zur Steinzeit war das Gebiet besiedelt. Um 1000 wird die Ortenburg als zentraler Ort der Oberlausitz erstmals erwähnt. Dann gehörte es lange Zeit zu Böhmen, kurze Zeit auch zu Ungarn. Seit 1635 gehört es zu Sachsen.

Die Bewohner waren zwei slawische Stämme, Vorfahren der Sorben, die auch heute noch 5% der Bewohner ausmachen.

Durch die Reichenstraße „schlumperten“ (schlenderten) wir an barocken Häusern mit Wappen vorbei, die darauf hinwiesen, dass hier Leute wohnten, die Überseehandel betrieben. Am Rathaus, dem ersten steinernen Haus, bewunderten wir die Sonnenuhr. Der höchste Punkt der Stadt ist der Fleischmarkt vor dem Petridom. Schon zu Ende des 15. Jhdts. wurde ein Turm – die Wasserkunst - erbaut, in dem Wasser aus der Spree hochgepumpt wurde, um die Brunnen und Häuser mit Trinkwasser zu versorgen.

Auch der Dom bietet eine Besonderheit: Er gilt als der einzige „Simultandom“ in Deutschland. Das heißt den Chor benützen die Katholiken, das Langhaus wurde den Protestanten zur Verfügung gestellt. Unser Stadtführer erzählte uns auch einige Kuriositäten. Zuerst gab es nur ein Taufbecken im katholischen Teil, so dass auch die Protestanten ihre Kinder hier taufen mussten, allerdings das Taufwasser mussten sie selber mitbringen. Die Lösung besteht in einem transportablen Taufbecken. Erst seit 4 Jahren besitzt der evangelische Küster einen Schlüssel, um bei einer evangelischen Hochzeit die Glocken läuten zu können, die sich im katholischen Teil befinden. Für mich gänzlich unvorstellbar, dass an zwei Orgeln (einer mechanischen und einer pneumatischen, die im Anschlag verzögert ist) gleichzeitig von zwei Organisten dasselbe Stück in einem Konzert „simultan“ aufgeführt wird.
Vom Dom wurden wir in Richtung Ortenburg geführt und dann weiter an der Wasserkunst vorbei. Auch die Zeit des Nationalsozialismus und der Gefängnisse wurde nicht ausgespart. Im seit 1992 geschlossenen Lager II wurde eine Gedenkstätte eingerichtet, zu der wir aber nicht hinkamen.

Bautzen ist auch für seinen Senf bekannt. Das typische Weihnachtsessen besteht aus Würstel mit Senf. Einige nützten die Freizeit zu einem Mittagessen in der „Bautzener Senfstube“, z.B. mit einer „Bautzner Stulle mit Kasseler“. Im Alleingang verbrachten wir die freie Zeit nach Lust und Laune: bei Kaffee oder Eis, einer Turmbesteigung oder einem neuerlichen Rundgang zu anderen Türmen oder Ruinen.

Um 15.30 starteten wir in das 10 km entfernte „Bischof Benno Haus“ in Schmochtitz, wo wir von den deutschen Kolleginnen schon erwartet und mit Kaffee und Kuchen gelabt wurden. Für 17 Uhr war dann ein Fototermin angesagt. Ein Berufsfotograf schaffte es, alle etwa 140 Personen aufs Bild zu bringen.

WIR - Gemeinsam auf dem Weg Bericht über die Festveranstaltung
Der Freitag war bereits der Heimreisetag und sollte uns noch nach Zittau führen, um das Fastentuch zu besichtigen. Die Sperre der Autobahn zwischen Prag und Budweis machte aber eine Änderung der Route notwendig. Anstelle von Zittau besuchten wir den Park des Schlosses Pillnitz.
Berühmt ist eine 230 Jahre alte Kamelie, über die im Winter ein Glashaus geschoben wird. Auch ohne Blüten ein beeindruckender Baum.
Nach Lust und Laune durchwanderten wir den Park und umrundeten das Schloss, dessen eine Seite ganz am Ufer der Elbe steht. Dort finden sich auch die Hochwassermarken. Im Jahr 2002 und 2013 war fast das ganze Untergeschoß des Schlosses unter Wasser.
Unsere letzte gemeinsame Station war noch ein Besuch – eigentlich ein Abendessen – in der Brauerei von Budweis. So gegen 19 Uhr trafen wir wieder in Linz ein, wo sich die Kolleginnen aus Westösterreich verabschiedeten. Für die anderen ging es weiter nach St. Pölten. Die TeilnehmerInnen aus Kärnten und der Steiermark übernachteten dort noch einmal. Für die anderen ging es mit dem Zug weiter nach Hause.
Herzlichen Dank allen, die diese Reise geplant und organisiert haben.